Ich & Selbst – Wer steht bei mir am Steuer?

Ich & Selbst – Wer steht bei mir am Steuer?

Die Tür zur Welt geht nach innen auf.  Und der Weg zu all dem, was wir uns wünschen und erhofffen, ist der Weg der Persönlichkeitsentwicklung. Doch wie genau lässt sich das entwickeln, was wir „Persönlichkeit“ nennen?

Um besser zu verstehen, wo wir ansetzen können, ist zunächst eine Unterscheidung in „Ich“ und „Selbst“ hilfreich. Das „Ich“ nimmt aufmerksam in den Blick und beschreibt all jene Zustände, in denen wir etwas bewusst bewerten oder verändern. Das „Ich“ ist die sichtbare Spitze des Eisbergs, in der Computersprache könnte man es mit dem Arbeitsspeicher vergleichen.

 

Das „Selbst“ dagegen steht für alle unbewusste Bereiche von Psyche und Gehirn. Es fährt auf Autopilot, läuft unbewusst und automatisiert.  Wenn das „Ich“  der Arbeitsspeicher ist, so ist das „Selbst“  die Festplatte. Die Potentiale des unbewussten „Selbst“ sind die riesigen Masses des Eisbergs unterhalb der Wasseroberfläche.

Aus diesem Modell ergeben sich die folgenden vier Ansätze für individuelle Persönlichkeitsentwicklung:

 

Selbst-Stärkung

 

…meint die Entwicklung unserer unbewussten Fähigkeiten. Das gelingt in erster Linie durch regelmäßiges Einüben von bestimmten Denk- und Verhaltensmustern. Unser Autopilot will programmiert werden – am besten gelingt das durch Häufigkeit und Intensität.

 

ICH-Stärkung

 

…brauchen wir für kluges Bewerten, Entscheiden und Verändern. Kurzzeitig, Bewusst, intensiv: Hier liegt das Gebiet des klassischen Management-Trainings, das eigene Kräfte effizient und effektiv einzusetzen sucht. Während das unbewusste Selbst eher auf (Selbst-)Vertrauen fusst, setzt das Ich auf bewusste Kontrolle.

 

Selbst-Disziplinierung

 

…bedeutet Kräftebündelung. Ein „Ja“ bedeutet 1000 „Neins“ – es geht um unbewusste Ausrichtung und Prioriäten, die sich vor allem durch gesunde Gewohnheiten entwickeln lassen.  Wichtig ist auch die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub.

 

ICH-Disziplinierung

 

…brauchen jene Menschen, die vom bewussten Ich nicht bedient, sondern beherrscht werden. Permanentes Kopfkino aber ist eher kontraproduktiv: Zu viel (Be-)Denken und Grübeleien verwehren uns den Zugang zu den Potentialen des unbewussten Selbsts. „Loslassen“ ist die Überschrift über das, was hilft: Meditation, Achtsamkeitstraining, Abbau von Soll- und Muss-Vorstellungen.

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